Reiseberichte
Thailand wieder Kambodscha und Malaysia
26.02.2009
Malaysia
Nachdem Anton die Einreise als Tscheche am 25.12.08
verwehrt wurde, sind wir Deutschen wieder unter uns. Die Fahrt von der Grenze bis nach Ko Chang ist uns
etwas weit und wir machen eine Zwischenübernachtung auf dem Weg. Am nächsten Nachmittag erreichen wir die Fähre bei
Laem-Ngop und setzen nach Ko Chang über. Auch hier hat sich seit meinem ersten Besuch vor ca.
15 Jahren einiges geändert. Die kleinen Longtail-Boote hat man gegen Autofähren
ausgetauscht und bei dementsprechenden Andrang ist natürlich nichts mehr
mit Ruhe und allein sein am White Sand Beach.
Touristenmassen treiben sich am Strand und auf der
Hauptstraße rum. Aber das ist nun mal der Lauf der Zeit und man kann die
Uhr eben nicht zurückdrehen. Trotzdem ist die Landschaft der Insel und das Wasser
nach wie vor echt klasse. Etwas Ruhe findet man noch auf der anderen Seite der
Insel zum Beispiel am Long Beach, ist zwar nicht ganz so einfach zu
erreichen und deshalb auch noch so ruhig. Hier gibt es auch noch einige einfache, aber günstige
Bungalowanlagen direkt am Strand. Einige Tage Ruhe, einfach am Strand liegen ohne
viel Fahren zu müssen ist auch mal nicht schlecht. Anton hat es dann auch noch rechtzeitig geschafft und
kommt am 30.12. abends an. Er ist an diesem Tag über 800 km gefahren und sichtlich geschafft. Wenn er sich besser informiert hätte, wäre er von
Phnom Penh über Koh Kong nach Thailand gefahren. So hätte sich viele viele
Kilometer sparen können. Nun ist er aber den weiten Weg über Siem Reap gekommen.
Aber er fährt ja gerne auf seiner BMW!
Sylvester feiern wir dann alle am White Sand Beach. Im
Wasser hat man eine Bühne aufgebaut und es gibt kostenlose Musik. Am 2 Januar trennen wir uns dann alle. Matthias und Christina fahren in einen Nationalpark
östlich von Bangkok, Anton fährt nach Bangkok um den Transport seines
Motorrades nach Bangladesh zu arrangieren und ich fahre erstmal nach
Pattaya. In der Nähe von Pattaya befindet sich der Seehafen
von Thailand (Bangkok). Eigentlich wollte ich mich hier um eine
Transportmöglichkeit für die Motorräder nach Australien kümmern, doch
Sylvester hatte ich mich so erkältet das ich erstmal platt liege. Also die Verschiffung erstmal auf Eis gelegt bzw.
auf eMails beschränkt. Einen vernünftigen Kontakt zu bekommen erweist sich
als schwierig bzw. fast nicht möglich. Anfragen meinerseits auch an große
deutsche internationale Speditionen verlaufen im nichts. Zu guter Letzt ist mir dann noch aufgefallen, dass man
in unsere Pässe nur 15 Tage Aufenthalt gestempelt hat. Zuerst dachte ich an ein Versehen, doch dann wird
schnell klar das sich die Einreisebestimmungen bei einer Landeinreise nach
Thailand am 25.12.08 geändert haben.
Also was tun, zurück nach Kambodscha! Wieder vorbei an Ko Chang mache ich mich erneut auf
den Weg zur kambodschanischen Grenze. An der Grenze möchte man, dass ich die Visa-Gebühren in Thai Baht zahle. Die normale Gebühr beträgt 20 US$,
das sind rund
700 Baht. Nur das man hier nicht 700 sondern 1300 Baht verlangt. Da ich
diesen überzogenen Preis natürlich nicht zahlen möchte bestehe ich darauf
in US $ zu zahlen. Man sagt mir “everybody pays in Baht“, worauf ich
erwidere, dass das mit den 20$ schließlich nicht meine Idee sei, sondern die
der kambodschanischen Regierung. Da man das nicht mehr erwidern konnte zahle ich
letztendlich in Dollar, bekomme mein Visum und bin zurück in Kambodscha.
Mein Ziel heißt erstmal Sihanoukville am Golf von
Thailand. Die Straße ist in sehr gutem Zustand und die 260 km
bis zum Ziel machen bei sehr wenig Verkehr richtig Spaß. Ich bekomme ein recht gutes Zimmer 3 Gehminuten vom
Strand für 7 $ die Nacht. Zu meinem Geburtstag hat sich Matthias angesagt. Er hat Christina bis zu ihrem Rückflug von Bangkok
begleitet und hat nun dasselbe Visa Problem und muss Thailand verlassen. Kleinere Magenprobleme haben sich eingestellt, doch
zu meinem 40sten müssen einige Bier getrunken werden. Mein Zimmernachbar Herbert ist ebenfalls Deutscher,
ist 71 Jahre alt und hat als Kind einige Jahre Nahe meiner deutschen
Heimat gelebt. Er hat ein bewegtes Leben hinter sich, hat lange in
Südamerika und Thailand gelebt und schreibt hier jetzt seine Memoiren.
Sagt er jedenfalls!
Er wohnt hier mittlerweile seit einem Jahr und lebt
von rund 600 Euro Rente. In Kambodscha kann er davon ganz gut leben. Muss sagen ganz netter Kerl. Nach einigen Tagen verlasse ich dann Sihanouk Ville
und mache mich auf die Reise mach Krong Kep. Im Reiseführer als supertoll angepriesen, bin ich
nach meiner Ankunft echt enttäuscht. Absolut tote Hose, kein Stadtzentrum und keine
schönen Strände. Hier möchte ich dann doch nicht längere Zeit bleiben.
Enttäuscht fahre ich über Kampot (ebenfalls im Reiseführer angepriesen,
aber auch
nichts interessantes zu sehen) zurück nach Sihanouk Ville. Bokor Hill Station lag in Wolken, deshalb habe ich
mir die 5 $ Eintritt gespart.
Am 26.01.09 mache ich mich dann wieder auf den Weg
zurück
nach Thailand. Abends zuvor hatte ich noch kurz Matthias gesehen und
einige Neuigkeiten ausgetauscht. Ich hatte im Internet vorher wegen des Transports
der Motorräder nach Australien noch einiges recherchiert. Es steht nun fest das wir von Kuala Lumpur nach
Australien verschiffen bzw. verfliegen und ich treffe mich später mit ihm
wieder.
Zurück in Thailand mache ich mich auf den Weg
südwärts. Thailand begrüßt mich diesmal mit einer
Ohrenentzündung und Fieber. Dies ist so schmerzhaft das ich meinen Helm nicht mehr
aufsetzen kann und 2 Tage lang nichts mehr höre. Also ist erstmal wieder Plattliegen angesagt. Noch schnell nen Ölwechsel gemacht und dann Richtung
Süden. Ist da nur noch Bangkok. Das Problem ist das man in Bangkok mit dem Motorrad
nicht auf die Motorways darf. Eigentlich wollte ich Bangkok auf der Südroute
umfahren. Doch wie es immer so ist, nehme ich die falsche
Richtung auf die äußere Ringstraße Nr.9. Drehen geht nicht also nördlich weiterfahren. Dann die erste Mautstation. Hier weiß man nicht was man mit mir machen soll. Über Lautsprecher wird wohl nach dem Vorgesetzten
gerufen, aber der kommt nicht und als der Stau hinter mir immer länger wird
zahle ich letztendlich 30 Baht und man lässt man mich fahren. Als mich dann noch die Polizei rauswinken will
ignoriere ich sie einfach und fahre weiter. Gefolgt ist mir niemand! Also denke ich mir besser den Highway verlassen. Die ausgesuchte Strecke erweist sich als gar nicht so
schlecht und nach einiger Zeit treffe ich wieder auf die Umgehung Nr. 9
und kann dann südwärts fahren. An diesem Tag fahre ich rund 700 km bis Chumphon.
Ko Samui ist mein nächstes Ziel. Die Autofähre geht von Donsak ca. 70 km östlich von
Surathani und fährt rund 1,5 Stunden für 220 Baht. Samui ist immer noch eine sehr schöne Insel, jedoch
ist fast alles in Meeresnähe zu gebaut. Wie wohl überall in Thailand erzählt man mir das
dieses Jahr rund 50 % weniger Besucher da sind. Gut das ich das nicht erleben
muss wenn hier eine
normale Saison ist. Über Krabi (Ao Nang) und Hai Yai geht es weiter zur
malaysischen Grenze weil die 15 Tage Visazeit mal wieder um sind. Eigentlich wollte ich in Malaysia auf Matthias warten
doch irgendwie gefällt mir der Gedanke nicht wirklich. Ich entscheide mich um und entschließe mich, die
Wartezeit auf Phuket mit baden und relaxen zu verbringen.
Also heißt es Zähne zusammenbeißen und die 500 km
zurückfahren. Ist zwar nicht so günstig wie andere Teile Thailands
aber immer noch eine tolle Insel und auf jeden Fall eine Reise wert. Ich denke es war die richtige Entscheidung. Am 21.02. treffe ich mich mit Matthias erneut wieder
und wir machen uns gemeinsam auf den Weg nach Malaysia. Der Grenzübertritt bei Sadao verläuft problemlos. Auch auf Malaysischer Seite stempelt man unsere
Carnets zügig ab. Malaysia begrüßt uns so wie wir es verlassen haben,
nämlich mit Regen. Trotzdem fahren diesen Tag noch bis Ipoh. Die
Landschaft ist super!
Die Benzinpreise sind hier erstaunlich niedrig (1
Liter = 0,36 Euro) bzw. sind seit unserem letzten Besuch deutlich
gefallen. Nur die Übernachtungskosten sind hier etwa doppelt so hoch wie
in Thailand. Essen ist mit ca. 2 Euro pro Hauptgericht auch nicht
allzu zu teuer.
Den nächsten Tag fahren wir bis zum Kuala Lumpur
Airport. Er liegt ca 75 km südlich der Stadt nahe der Formel 1
Rennstrecke bei Sepang. Per Mail hatte ich schon mit Malaysain Airlines Cargo
Kontakt aufgenommen und statten ihnen erstmal einen persönlichen Besuch
ab. Alles läuft hier echt easy. Nach vorwiegen der Bikes
bekommen wir ein Preisangebot und eine sogenannte Airbillnumber sowie eine
Telefonnummer die wir anrufen sollen wenn wir wissen wann wir die
Motorräder verfliegen wollen. Sprich wenn wir den Flug für uns gebucht haben. Abends kümmern wir uns online um einen Billigflug. Die Wahl fällt auf Airasia die uns für rund 130 Euro
nach Perth in Australien bringt.
Wir fliegen am selben Tag wie unsere Motorräder.
Vorher müssen wir unsere Bikes aber noch auf
absoluten Hochglanz bringen. Die australischen Behörden sind mit ihren
Quarantänebestimmungen sehr strikt. Es darf keine Erde oder Dreck mehr zu sehen sein.
Selbst unsere Sachen haben wir im Vorfeld alle gewaschen. Die Säuberungsaktion dauert an einer Waschstraße über
2 Stunden bevor wir sagen können „die sind jetzt wirklich sauber „. Aber besser so, als in Australien die Bikes teuer
reinigen zu lassen. Am nächsten Morgen müssen wir dann um 10 Uhr am Flughafen
sein. Natürlich regnet es die 20 km in Strömen, nicht gut
für unsere sauberen Bikes. Außer die Motorräder noch kurz trocken zu putzen können
wir nicht viel machen. Schlecht sehen sie nicht aus, aber ob es genug für
den australischen Quarantäne-Inspektor ist, wird sich noch zeigen.
Bei MAS Cargo ist man sehr freundlich und
hilfsbereit. Die Zollformalitäten müssen wir selbst erledigen. Beim Zollamt wollen wir unsere Carnets stempeln
lassen. Anscheinend hat man hier aber so etwas noch nie
gemacht. Man drückt uns einen Stempel in die Hand und meint
wir könnten das auch schließlich selber machen. Also stempeln wir unsere Papiere selbst und bitten
darum, sie wenigstens zu unterschreiben. Zurück im Lagerhaus müssen wir dann nur noch die
Batterie abklemmen und unsere Motorräder in Folie einwickeln. Das ist alles.
Beim wiegen bringt es die Twin dann auf 290 kg und
die Trans Alp auf 278 kg. Wir können unsere beiden Maschinen als eine Sendung
deklarieren und kommen so in den Genuss des günstigeren Flugpreises ab 500
kg. Auch die Lagerhaus Gebühren und die Gebühr für
gefährliche Güter brauchen wir nur einmalig zahlen. Eine Restmenge an Benzin darf im Tank bleiben. Den Endpreis den wir bei MAS Cargo zahlen müssen
liegt bei rund 1150 Euro. Hinzu kommen noch Gebühren in Perth über deren Höhe
man hier aber nichts sagen kann. Ich kann MAS Cargo als wirklich unkompliziert,
kompetent und freundlich empfehlen. Fünf Sterne würde ich sagen! Das hatten wir bei
unserer Japanverschiffung anders kennen gelernt. Rechnet man den Seeweg dagegen, die zusätzlichen
Gebühren und die lange Transportzeit, so fährt man mit dem Lufttransport
auf dieser Strecke deutlich besser.
Wir fliegen am 26.02.09 um 17.50 Uhr und
unsere Bikes
um 18.30 Uhr. Gutes Timing würde ich sagen.

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